Kopf Göttinger Institut für Männerbildung

„Aggression als Ressource“

Ein körperbasierter Workshop für Blinde und Sehbehinderte

In diesem Wochenendseminar geht es um die gute Kraft in der Aggression. Etwas wirklich wollen und darauf zu gehen, sein Recht verteidigen und sich nehmen, was einem zusteht – oder wütend sein, wenn man es versagt bekommt – alles steckt drin im Phänomen der Aggression. Die konstruktive von der destruktiven Kraft zu unterscheiden und sie fruchtbar einzusetzen ist das Ziel.
Menschen mit Behinderungen stehen oft vor einer besonderen Herausforderung, wenn es darum geht, durchsetzungsstark für die eigenen Interessen einzutreten oder sich erfolgreich abzugrenzen.
Zum einen nämlich müssen sie häufiger etwas einfordern (z. B. die Erlaubnis, eine Assistenzperson zu einer Weiterbildungsveranstaltung mitzubringen) und sich häufiger gegen unerwünschte Zuschreibungen oder manchmal übergriffige Hilfsangebote abgrenzen („Das können Sie doch gar nicht, das mache ich mal schnell für Sie!“).
Zum anderen aber sind Menschen mit Behinderungen häufig mehr als andere auf das Wohlwollen ihres Gegenübers angewiesen, befinden sich also – in besonderem Maße – in einer Abhängigkeitsposition (z. B. wenn es im Ermessen eines Sachbearbeiters liegt, ob er etwas gewährt, aber auch in persönlichen Beziehungen, in denen Freunde oder Angehörige manchmal gewissermaßen Assistenzaufgaben übernehmen).
Innerhalb bedeutsamer Beziehungen für sich einzutreten und sich abzugrenzen ist also eine Kunst, die Menschen mit Behinderungen in besonderer Weise entwickeln müssen. Eigene aggressive Potentiale kennenzulernen, Berührungsängste mit ihnen abzubauen und zu einem verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit ihnen zu gelangen kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten.

Wir arbeiten körperbasiert mit herausfordernden Begegnungsübungen; das bedeutet „Standfestigkeit“ zu finden, „Anstöße“ auszutauschen, „schlagende Argumente“ zu entwickeln oder mit inneren „Dämonen“ zu ringen – das alles lässt sich hier körperlich und buchstäblich erleben, um die Angst vor der eigenen Kraft zu überwinden und sie fruchtbar und nutzbar zu machen.

Ziele des Seminars

Mit Aggression konstruktiv umgehen zu können, anstatt sie verdrängen, innerlich aufstauen oder „herunterschlucken“ zu müssen, kann Konfliktbereitschaft und Fähigkeit zur Konfliktlösung fördern Selbstbehauptung und Durchsetzungsfähigkeit stärken zu mehr Zufriedenheit in Beziehungen führen Stress reduzieren, Erschöpfung und „Burnout“ vorbeugen

Details

Veranstalter
Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V., DVBS
Termin
Freitag 18. bis Sonntag 20. Oktober 2019, Freitagabend bis Sonntagmittag
Ort
Kassel, Tagungshausadresse wird noch mitgeteilt
Leitung
Lisa Dyck (Diplom-Psychologin, in Weiterbildung zur Psychotherapeutin für tiefenpsychologisch fundierte Verfahren)
Thomas Scheskat (Pädagoge M.A., ausgebildet in Körperpsychotherapie)

Anmeldung

DVBS e.V., Frauenbergstraße 8, 35037 Marburg, 06421 94888-0
eMail: info@dvbs-online.de
Kosten bitte nachfragen

Nicht-Mitglieder können grundsätzlich teilnehmen. Sie müssen sich aber über die DVBS-Geschäftsstelle anmelden. Bei mehr Anfragen als Plätzen werden Mitglieder bevorzugt behandelt. Außerdem gibt es für Mitglieder zusätzliche finanzielle Fördermöglichkeiten, falls die Kosten nicht vom Integrationsamt übernommen werden sollten oder kein I-Amt zuständig ist, weil die Person nicht berufstätig ist.




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